Wednesday, December 29, 2004

... and a happy new year

Heute mittag sah ich die laengste Schlange, die ich jemals in Battery Park gesehen habe. Selbst im Sommer standen nicht so viele Leute an, um die Ellis Island Ferry zu nehmen. Ich schaetze, es waren ungefaehr 500 Menschen, die in der Kaelte auf das Boot warteten.
New York ist momentan voll von Touristen, und unter ihnen auch meine Eltern und mein kleiner Bruder, die momentan unterwegs zum Museum sind.
Weihnachten war New York so gut wie ausgestorben. Die Williamsburger Hippster waren lieb bei Mami und Papi, die ihnen ihr bohemes Kuensterleben finanzieren, und ihrem guten Beispiel folgten die meisten Zugezogenen, so dass die Strassen leer und friedlich waren. Etwas, dass man in dieser Metropole nur zu selten erlebt. Es war so leer, dass eine Bar in der Lower East Side sogar Freigetraenke verteilte (und trotzdem keinen Zulauf hatte). Einzige Ausnahme war die Heeb-Party, die wir nach unserem traditionellen chinesischen Abendessen aufsuchten und auf der Lisa zufaellig eine alte Freundin aus Michigan traf, die nun in der Redaktion des Magazins arbeitet.
Samstag feierten Max Eltern ein juedisches Weihnachtsfest (fragt nicht, was das ist) und abends (oder besser gesagt, mitten in der Nacht) machten wir mit Doron eine Tour durch die Bronx. Doron hatte den Wagen seiner Eltern und es war wirklich ein Erlebnis durch die leeren Strassen New Yorks noerdlichsten Teils zu fahren.
Warum ist Weihnachten bloss einmal im Jahr?

Sunday, December 26, 2004

HOCHZEITSBILDER!!!

Endlich habe ich den ersten Teil unserer Hochzeitsbilder ins Internet gesetzte. Es gab ja schon von Anthony ein paar Bilder auf seiner Seite, und nun habe ich auch die Bilder von meiner Schwester, meinen Eltern und Chris online gesetzt. Wenn noch mehr Bilder folgen, werden sie dazu gesetzt. Also, einfach auf den Link gehen, die Slideshow anklicken, und dann viel Spass beim anschauen.

Friday, December 24, 2004


Season's Greetings Posted by Hello

Frohe Feiertage

In Amerika ist eine Diskussion um das entfacht, was ich eigentlich als unglaublichen Fortschritt ansah. Anstelle des Wunsches Merry Christmas sind viele Kaufhaeuser, u.a. das von dem deutschen Juden Jacob Schiff gegruendete Macy's, dazu ueber gegangen, nur noch Season Greetings zu wuenschen, und somit alle Amerikaner, also auch diejenigen, die nicht in der christlichen Tradition aufgewachsen sind, mit einzubeziehen. Gerade in einer Stadt wie New York, wo es fast so viele Religionen wie Sprachen gibt, macht dies sehr viel Sinn.
Keinen Sinn macht das fuer den Talk Show Host Bill O'Reilly des "Nachrichtensenders" Fox. Dieser hat nun die Juden beschuldigt, Jesus von Weihnachten zu vertreiben. Auch wenn Bill O'Reilly fuer die Fox News arbeitet, so ist er kein wirklicher Nachrichtensprecher, wie wir ihn von Deutschland kennen, sondern die Stimme des immer einflussreicher werdenden ultrakonservativen Amerikas. O'Reilly ist jemand, der sogar den rechten Rand der CSU wie linke Spinner aussehen laesst.
Als in O'Reillys Show ein juedischer Anrufer sagte, dass er es gerade fuer eine Errungenschaft halte, dass Amerika einen religionsneutralen Ausdruck in der Winterzeit benutze, erwiderte O'Reilly, dass die Entchristianisierung der Weihnachtszeit eine Beleidigung gegenueber der Mehrheit sei, denn Amerika sei ueberwiegend christlich, und wenn dem Anrufer dies nicht passe, solle er doch nach Israel auswandern.
Ein vergleichbarer Vorfall passierte auf MSNBC, wo letzte Woche William Donahue sagte, dass es kein Geheimnis sei, dass Hollywood von sekularen Juden kontrolliert werde, die das Christentum, und ganz besonders Katholiken, hassen.
Trotz aller Integration gibt es also immer wieder Stimmen, die die alten Verschwoerungsmythen neu auflegen und Juden zu Buergern zweiter Klassen machen wollen. Das ist, auch wenn es hier harmlos klingen mag, doch eine nicht zu unterschaetzende Gefahr im gelobten Land. Und nicht nur fuer Juden.

Thursday, December 23, 2004

Keine Metrik im Supermarkt

Ich hasse Supermarkteinkaeufe. Nicht, weil ich nicht gerne koche oder weil die Supermaerkte in New York immer sehr voll sind, sondern weil alles so fremd und anders ist und ich mich in Supermaerkten immer verloren fuehle. Zum Beispiel wollte ich heute Gnocchi machen. In einem Kochbuch fand Lisa ein lecker klingendes Rezept und das wollte ich ausprobieren. Ich brauche also 3 Pfund Spinat und 1,5 Pfund Suesskartoffeln. Ein Pfund (abgekuerzt lb. fuer libra - allein das macht schon keinen Sinn, und ist auch kaum einen Amerikaner bewusst) ist ungefaehr ein zwei Kilo glaube ich (muss ich aber auch gar nicht wissen). Ich komme also in den Supermarkt und a) es gibt keine Waage, so dass ich nichts abwiegen kann; b) der Salat ist nur in Tueten abgepackt zu erhalten. Also, schauen wir mal, wieviel Spinat den so in einer Tuete ist. 10 oz!? Was heisst das denn nun? Wieviel Unzen sind denn wohl in einem Pfund. Nein, diesmal will ich es alleine schaffen. Wahrscheinlich sind es 10 Unzen fuer ein Pfund. Oder nicht? Nein, dass ist ein metrisches System und wuerde Sinn machen, aber hier macht gar nichts Sinn, deshalb...
Lange Rede, kurzer Sinn. Ich rufe Lisa an. 16 Unzen sind ein Pfund. Ich sag's ja, nicht's macht wirklich Sinn und nur im Supermarkt fuehle ich mich voll und ganz als Fremder.

Wednesday, December 22, 2004

Kinder Ueberraschungen

Das Leben ist voller Ueberraschungen und Zufaelle. So traf ich vor fast genau zwei Jahren zufaellig Lisas Cousine Rebecca in Jerusalem, und somit war Rebecca eine der ersten Verwandten von Lisa, die ich kennenlernte. Eine nette Ueberraschung. Lisas letztes Zusammentreffen mit Rebecca, die aus Baltimore ist, war auch in Israel, jedoch 1996 als Lisa dort studierte. Und gestern trafen sich die beiden nach acht Jahren wieder, diesmal jedoch in New York. Wir gingen in ein indisches Restaurant im East Village, und ploetzlich steht Rebecca ganz ueberrascht auf, denn sie sah am Eingang eine alte Freundin aus Israel stehen. Ja, die Welt ist klein, und voller Ueberraschungen.
Als wir todmuede wieder in Greenpoint ankamen, wollte Lisa unbedingt Kinderueberraschungen (ja, genau, was spannendes, Schokolade, und was zum Spielen) haben, die waren jedoch leider ausverkauft.
Ueberraschungen hatte ich auch heute morgen. Erst wollte ich mit dem G Train Richtung Downtown Brooklyn fahren, doch ueberraschend gab es einen technischen Defekt, so dass ich zum L Train wechseln musste. (Ich weiss, das interessiert keinen, aber ich schreibe trotzdem davon.) Der L Train war aber so ueberfuellt, dass ich nicht in die U-Bahn einsteigen konnte. Ich wartete also auf den Bahnsteig auf die naechste U-Bahn und zum Glueck war die nicht so voll, dass ich Platz fand. Eine Station spaeter klopfte ploetzlich jemand auf meine Schulter. Es war Anne, unsere Nachbarin und alte Freundin von Lisa. Sie hatte verschlafen und stieg zufaellig in den selben Wagon ein wie ich. Nette Ueberraschung.
Am Union Square stieg ich dann um in die 4, und dort traf ich ueberraschend Matt, einen Techniker, der hier im Museum arbeitet. Woher er denn komme? Aus Greenpoint. Ach was, da wohne ich auch. Welche Ueberraschung!
Ja, manchmal kann ein technischer Defekt schon eine Kette von kleinen Ueberraschungen des Alltags ausloesen.

Monday, December 20, 2004

Schneeeeeeeeeeeeeeeeeeee!

Heute morgen wachte ich auf und draussen war alles weiss! Der erste Schnee dieses Winters und es ist wirklich kalt. In Downtown, wo ich arbeite, ist es momentan -19 Grad Celsius! Brrrrrrrrrrr. Aber trotzdem freue ich mich ueber den Wintereinbruch.

Wednesday, December 15, 2004

Berufswahl - Berufsqual

Ich bin mal wieder auf Arbeitssuche. Nicht dringend, aber trotzdem. Zugegeben, meine jetzige Arbeit macht mir Spass, auch wenn ich ueberqualifiziert und unterbezahlt bin. Als ich im Museum of Jewish Heritage anfing, hatte man mir versprochen, dass ich nach einem halben Jahr eine "ganze" Stelle bekomme. Das ist nicht geschehen. Dann hiess es, dass ich eventuell Anfang 2005 eine "volle" Stelle erhalte, doch vor zwei Wochen gab es eine Vollversammlung und uns wurde mitgeteilt, dass das Museum grosse finanzielle Probleme hat... und wie es aussieht, nicht besonders viele Konzepte, um diese Probleme zu loesen. Meiner Meinung nach waere eine Moeglichkeit, all denen, die ueber 100.000 Dollar im Jahr verdienen, das Gehalt etwas zu kuerzen. Aber natuerlich wurde das nicht gemacht, sondern Leute in der unteren Gehaltsgrenze gekuendigt. Und leider die kompetentesten Leute, waehrend ein paar vollkommen fehlplatzierte Pappnasen fest im Sattel sitzen.
Die Diskrepanz der Gehaelter ist schon unglaublich. Der Direktor des Museum verdient mehr als 200.000 Dollar mehr im Jahr als ich, und ich bin mit Sicherheit nicht der am schlechtesten bezahlte Angestellte im Museum. Aber das scheint wohl generell der Trend in den USA zu sein.
Lange Rede, kurzer Sinn. Es sieht so aus als ob meine Stelle nicht ausgebaut wird und ich mich mit weniger Kompetenzen begnuegen muss. Generell nicht so schlimm, da das mir Zeit fuer meine Doktorarbeit und anderen "Hobbys" gibt, jedoch ist es leider auch eine Tatsache, dass mein Gehalt nicht mal zum zahlen der Miete ausreicht. Und New York ist eine teure Stadt! Also fange ich wieder an zu suchen.
Vielleicht soll ich versuchen, mehr Fotoauftraege zu bekommen. Die New York Post veroeffentlichte mal wieder ein paar Bilder.
Letzte Woche traf ich einen alten Kollegen aus Paris, der mich unbedingt nach Europa zurueck holen will. Alberto ist nun 60 geworden und denkt schon an seine Pension. Aber momentan scheint eine Rueckkehr nach Europa eher unrealistisch. Aber wie heisst es so schoen? Sag niemals nie.

Wednesday, December 01, 2004

Chrismukkah

In den USA leben ungefaehr 5 Millionen Juden, und etwa ein Drittel ist mit nichtjuedischen Partnern verheiratet. Die interreligioesen Buendnisse haben normalerweise keine kulturellen Probleme, es sei denn die Winterzeit bricht an, und mit ihr die Zeit von zwei eigentlich nicht so bedeutenden Feiertagen: Weihnachten und Chanukah.
Obwohl beide Feste keine besondere religioese Bedeutung haben, so sind sie heute ein Hoehepunkt im Kaldendar, da sie die Feste der Geschenke sind, und nicht nur in Amerika ist Chanukah an Weihnachten angeglichen worden und mittlerweile ebenso ein Geschenksfest geworden. Schoene Bescherung, kann man da nur sagen, und Tatsache ist, dass interreligioese Paare beide Feste feiern, und somit der Chanukahleuchter nicht nur in Kaufhaeusern neben dem Weihnachtsbaum steht, sondern eben auch in vielen Privatwohnungen. Fuer diese Tatsache gibt es nun einen Namen: Chrismukkah.
Ich bleibe da doch lieber bei den alten Festen, deshalb, puenktlich zum Dezemberanfang, schon Mal frohe Weihnachten und ein friedvolles Chanukah.